
Olaf Nicolai: Lochergut
Ort: Ladenzentrum Lochergut, Zürich
Auftraggeber: Stadt Zürich, Liegenschaftenverwaltung,
vertreten durch das Amt für Hochbauten
Leistung: Planung und Realisierung
Projektzeitraum: 2006
Olaf Nicolai (*1962 in Halle/Saale), in Berlin lebender Künstler, arbeitet von einem konzeptuellen Ansatz aus mit unterschiedlichsten Medien. Oft zielt er dabei auf eine dem Betrachter durchaus vertraute Alltagswelt, deren Wahrnehmung er in seinen Werken steuert. Seit Anfang der 90er Jahre präsentierte der promovierte Germanist seine Arbeiten an fast allen wichtigen Orten des zeitgenössischen Kunstgeschehens, 1997 war er auf der documenta X , 2001 und 2005 auf den Biennalen in Venedig präsent.
Mit seiner Lichtinstallation „Lochergut“ knüpft Olaf Nicolai an den ursprünglichen Zustand des ehemaligen Referenzobjektes als höchstes Gebäude der Schweiz in den 60er Jahren und den modernen Siedlungsbau in Zürich an. Die rechteckige Lichtskulptur setzt sich aus neun weißen Kunststoffwürfeln zusammen, die jeweils für einen Buchstaben (die Schrift wurde vom Künstler eigens geschaffen) stehen. Durch Computer gesteuert, leuchten die Würfel respektive deren Flächen nach Einsetzen der Dämmerung in verschiedenen Farben und unterschiedlich rhythmisiert auf. Der Schriftzug „Lochergut“ erscheint – für das Auge nicht immer auf Anhieb erkennbar – in diversen Farbvarianten und von allen Seiten sichtbar.
Charakteristisch für die Arbeiten Olaf Nicolais ist es, dass er Konzept und Ästhetik der künstlerischen Intervention jeweils aus der spezifischen Situation heraus entwickelt. Dabei werden historische, soziale und in diesem Fall auch der architektonische und städtebauliche Kontext der 60er Jahre explizit sichtbar gemacht. Das ironische Augenzwinkern des „Retro-Stils“ von Nicolais Lichtskulptur gilt auch der konkreten Kunst und ihrer Hochburg Zürich. Architektur und Kunst am Bau fügen sich bei der Arbeit zu einer harmonischen Einheit. Die Schrift erweitert sich in eine räumliche Skulptur, die noch um die Dimensionen der Bewegung und Zeit, nämlich durch das wechselnde Farbspiel, bereichert wird. Olaf Nicolai wiederholt in seiner Kunst bestehende Motive, erinnert an vergangene Bilder und schafft neue komplexe Bedeutungsebenen.












Bildnachweis: © Yuima Kaneko und Martin Müller