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Über Lebenskunst

Festival der Initiative für Kultur und Nachhaltigkeit der Kulturstiftung des Bundes
in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt vom 17. bis 21. August 2011

Ort: Berlin
Auftraggeber: Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Leistung: Projektkoordination einzelner Kunstwerke, Realisierung und Medientechnik

Projektjahr: 2011

Bei dem Festival Über Lebenskunst verwandeln Künstler, Wissenschaftler und Aktivisten das Haus der Kulturen der Welt in ein Labor der Zukunft, an dem Menschen jeden Alters rund um die Uhr eine nachhaltige Lebenskunst erproben können. Das Festivalprogramm beinhaltet über 101 Stunden lang Konferenzen, Workshops, Installationen, Performances, Konzerte, Filme, Exkursionen, Gespräche und Lesungen. m.o.l.i.t.o.r. unterstützt in diesem großen Kunstevent folgende Projekte:


HELIOFLEX

Projektträger: Christoph Keller
Leistung m.o.l.i.t.o.r.: Projektkoordination

Durch die dichte Bebauung der Innenstädte entsteht ein sozialer Gradient des Lichtes. Die oberen Etagen sonnen sich in dem Licht, das den unteren Stockwerken fehlt. Das HELIOFLEX-Projekt will einen automatisch-nachgeführten Spiegel schaffen, der Licht in vormals dunkle Räume lenkt. Im Rahmen von ÜBER LEBENSKUNST werden Prototypen von HELIOFLEX-Sonnenspiegeln am Haus der Kulturen der Welt aufgestellt, um die Besucher/innen für die Wechselwirkung von natürlichem Tageslicht und Architektur zu sensibilisieren. Das Projekt will auch dazu beitragen, einen Prototypen weiterzuentwickeln, so dass er kostengünstig produziert werden kann, damit die von urbaner Dunkelheit betroffenen Leute ihn erwerben können.


NUMEN H2O

Projektträger: Das Numen Kollektiv: Julian Charrière, Andreas Greiner, Markus Hoffmann, Felix Kiessling

Leistung m.o.l.i.t.o.r.: Projektkoordination

Sauberes Trinkwasser ist für den Menschen unentbehrlich und ein elementares, unersetzliches Lebensmittel. Inakzeptabel ist, dass es mit dem notwendigen Reinheitsgrad mancherorts nur eingeschränkt verfügbar ist, aufgrund geografischer Gegebenheiten oder aktueller Privatisierungstendenzen. Die Installation  DAS NUMEN H2O demonstriert auf exemplarische Weise, wie sich Trinkwasser dennoch herstellen lässt. Gespeist aus einer lokalen Wasserressource, der Spree, schafft die mehrteilige Filteranlage am Spreeufer und auf der Dachterrasse des Hauses der Kulturen der Welt ein modulares, anpassbares Trinkwassersystem.


PFANDFLASCHENSAMMELSTATION

Funktionale Skulpturen einer neuen Logistik für Werteumverteilung in Berlin

Projektträgerin: Steffi Stangl

Leistung m.o.l.i.t.o.r.: Projektkoordination und Medientechnik

Mit den Pfandflaschensammelstationen will das Projekt den Graubereich existierender Armut thematisieren. Für viele Menschen ist das Sammeln von Pfandflaschen eine wichtige Einnahmequelle geworden. Allerdings müssen sie dafür in die Mülleimer hineingreifen, was entwürdigend und mitunter auch gefährlich sein kann. Die geplanten Sammeleinrichtungen, direkt an Mülleimern oder freistehend, haben sowohl skulpturale als auch funktionale Bedeutung: Sie laden Passant/innen zur Teilnahme an der Werteumverteilung von Pfand ein und sind gleichzeitig ein Moment, um sich über die soziale Kluft in der Stadt Gedanken zu machen.


POD #002, PARASITE HEATING UNIT

Projektträgerin: Rikke Luther
Leistung m.o.l.i.t.o.r.: Realisierung

Als Mitgründerin der Künstlergruppen N55 und Learning Site versteht Rikke Luther ein Kunstwerk als Lernprozess und als Anwendung von Wissen im Dialog, das die Einbeziehung lokaler, ökonomischer und sozialer Rahmenbedingungen erfordert. Auf der Dachterrasse des Haus der Kulturen der Welt entsteht über einem der lichtschachtartigen Oberlichter eine temporäre Struktur, die sich der im Inneren des Gebäudes produzierten, aufsteigenden Wärme bedient und mit Hilfe eines Kompostierungsvorgangs die eigene Wärmeproduktion (bis zu 50–60 °C) in Gang setzt. Unterstützt wird dieser durch die Zufuhr von Küchenabfällen und Kompostwürmern, die den Prozess beschleunigen und den Humus erzeugen, der später als Dünger dienen kann. Pod #002, Parasite Heating Unit nutzt die Metapher der Beziehung des Parasiten zu seinem Wirt, um mit vorhandenen natürlichen Ressourcen zu arbeiten und hinterfragt zugleich das im Kunstbetrieb geforderte Credo nach stets neuen Werken. Als angewandtes Beispiel für Nachhaltigkeit ist es so konstruiert, auch nach dem Festival Über Lebenskunst weiter zu existieren: Als Teil einer schwimmenden, experimentellen Anlage von Learning Site, die sich unter anderem Fragen der Kultivierung, Landgewinnung, Passivwärme, Solarenergie und nach Mikrolebensraum widmet.


>> zum Festival Über Lebenskunst

 

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Bildnachweis: © molitor