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Erika-Fuchs-Haus

Ort: Schwarzenbach an der Saale
Auftraggeber: Stadt Schwarzenbach an der Saale
Leistung: Gesamtkonzeption Museum
Projektjahr: 2011/12

„Was starrst du mich an, o Ungeheuer? Zuckt schon der Mörderdolch in deiner Hand?“  Dr. Erika Fuchs übersetzte mehr als 30 Jahre in Schwarzenbach an der Saale Comics von Disney ins Deutsche – sie „lehrte Donald Deutsch“. In der öffentlichen Wahrnehmung entwickelten sich Comics, seit Fuchs 1951 mit ihrer Übersetzungsarbeit startete, von „Schmutz und Schund“ zu einem eigenständigen, facettenreichen auch in der Hochkultur rezipierten Medium. Die hohe Qualität von Fuchs’ Übersetzungen ist heute allgemein anerkannt und brachte ihr mehrere Preise ein. Ihre kulturelle Übersetzungsleistung prägte die Entwicklung der Akzeptanz von Comics in der deutschen Gesellschaft entscheidend.

Mit dem Erika-Fuchs-Haus entsteht ein Ort, in dem sich Besucher/innen mit der Bedeutung von Erika Fuchs für das Medium Comic beschäftigen und in die Welt des großen Disney-Autoren und Zeichners Carl Barks eintauchen können.
Die für mindestens zehn Jahre konzipierte ständige Ausstellung ist ein erlebnisorientierter Ort des Lernens, der durch seine starke Inszenierung mit unterschiedlichen Medien, Installationen, interaktiven Exponaten, Texten und Bildern verschiedene Zielgruppen erreicht. Touristen, regionales Publikum, Einzelbesucher, Familien, Gruppen (Schulklassen, Reisegruppen, Unternehmen u.a.), Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Erstleser, Donald-Kenner und Comic-Experten haben die Möglichkeit, die Ausstellung eigenständig zu entdecken und für sich zu erschließen. Zusätzlich werden museumspädagogische Programme angeboten.

Die ständige Ausstellung umfasst 520 Quadratmeter und enthält fünf Abteilungen, die sich mit den Themen „Geschichte der Comics“, „Kosmos Entenhausen“, „Erika Fuchs: Leben und Werk“, „Übersetzung von Comics“ sowie mit dem aktuellen Weiterleben von Entenhausen in der realen Welt und in der Welt der Comics befassen.

Eine Fläche von 120 Quadratmetern bietet die Möglichkeit, in Sonderausstellungen aktuelle Themen zu behandeln. Speziell vorgesehene Archivräume bieten Platz für die Erweiterung der Sammlung. Zudem sind eine Bibliothek, ein Museumsshop und ein Gastronomie-Angebot mit separatem Eingang für die Besucher/innen eingerichtet.

m.o.l.i.t.o.r. kuratiert, gestaltet und plant die Dauerausstellung.

Pressemitteilung der Stadt Schwarzenbach, 17.2.2012:

Weit mehr als 100 Schwarzenbacherinnen und Schwarzenbacher nutzten gestern abend die Gelegenheit, sich aus erster Hand über das geplante Erika-Fuchs-Haus - zu Ehren der langjährigen Übersetzerin der Micky Maus - zu informieren. Bürgermeister Alexander Eberl ist mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden: „Die Bürger haben das Konzept begeistert aufgenommen und gemerkt, welches enorme Potenzial im Thema steckt. Viele haben spontan ihre Bereitschaft zur Mithilfe angekündigt.“ Ursächlich dafür war wohl das sehr durchdachte Ausstellungskonzept der m.o.l.i.t.o.r. GmbH aus Berlin, das die Besucher in die Welt der Comics und speziell in den Kosmos Entenhausen eintauchen ließ. An der Gebäudeplanung des Architekten Dominik Burkard aus Rottweil gab es Verbesserungsvorschläge im Detail, die in der weiteren Planung aber zum Teil Berücksichtigung finden werden.
 
Bürgermeister Alexander Eberl machte zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass die Gesamtinvestition mit rund 4,3 Mio. € wohl zu 90% über diverse Fördergeber unterstützt werde. Für den laufenden Betrieb gehe man davon aus, dass man aus dem städtischen Haushalt Mittel zuschießen müsse, auch weil das Haus von einer hauptamtlichen Kraft professionell geführt werden soll. Die Zuschuss-Mittel seien dabei als aktives Stadtmarketing zu sehen, weil man sich positive Auswirkungen auf Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus ewarte.
 
Sein Wunsch nach finanzieller Unterstützung wurde von vielen Bürgern aufgegriffen. Den Tenor fasste Mitinitiator und Sammler Gerhard Severin so zusammen: „Wir müssen das Haus zu unserem Projekt machen und jeden davon überzeugen, einen Beitrag zu leisten: ob finanziell oder durch aktives Werben.“ Die Chancen stehen dabei nicht schlecht: über 160 Mitglieder zählt der Förderverein des Museums, der sogenannte „Klub der Milliardäre“, bereits und im Lauf des Abends kamen weitere dazu. Auf positive Resonanz stieß auch der Hinweis des Bürgermeisters, dass der Ehapa-Verlag als ehemaliger Arbeitgeber von Dr. Erika Fuchs das Projekt unterstützt. Und über einen Namen hat man sich gestern Abend auch schon Gedanken gemacht: „Erika-Fuchs-Museum: Willkommen in Entenhausen“ war dabei der klare Favorit der Anwesenden.
 
Das Museum muss nun noch zwei Hürden nehmen: am 28. Februar 2012 fasst um 18 Uhr der Schwarzenbacher Stadtrat den Durchführungsbeschluss, befindet über den Bauantrag und soll die Verwaltung ermächtigen, die Stelle der Museumsleitung auszuschreiben. Bis Mitte/Ende März werden dann die letzten beiden Förderzusagen erwartet, die aber bereits in Aussicht gestellt wurden. Der Bau könnte dann laut Eberl im Sommer 2012 beginnen, für Ende 2013 bzw. Anfang 2014 wird die Eröffnung anvisiert. Eberl: „Das Projekt hat vor Ort die von uns erhoffte Eigendynamik entwickelt, die wir nutzen wollen, um jetzt in die Umsetzung zu gehen.“



>> Frankenpost, 20. Februar 2012

>> Frankenpost, 1. März 2012

 

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