Bild

Kleist: Krise und Experiment

Eine Doppelausstellung im Ephraim-Palais, Stadtmuseum Berlin und
im Kleist-Museum Frankfurt (Oder) vom 21. Mai 2011 bis 29. Januar 2012

Orte: Berlin und Frankfurt/Oder
Auftraggeber: Stadtmuseum Berlin, Kleist Museum Frankfurt (Oder)
Leistung: Ausstellungs- und Vitrinenbau, Bau von Ausstellungsrequisiten, Medientechnik, Exponateinrichtung, Ausstellungsgrafik, Licht- und Elektroinstallationen
Projektjahr: 2011

Heinrich von Kleist (1777–1811) ist eine der größten Dichterpersönlichkeiten Deutschlands. Zu seinem zweihundertjährigen Todestag im Kleist-Jahr 2011 würdigt die Doppelaussstellung „Kleist: Krise und Experiment“ in Berlin und Frankfurt (Oder) Leben, Werk und Persönlichkeit des Literaten. Die beiden Standorte markieren Anfang und Ende des wechselvollen Lebens des Dichters. In Frankfurt (Oder) wurde Kleist geboren, in Berlin wählte er den Freitod. Kleists Leben zwischen diesen beiden Polen ist von zahlreichen Krisen und Katastrophen geprägt, denen er mit verschiedenen Experimenten in Form immer neuer Lebensentwürfe und Projekte begegnet. Dabei ist er schonungslos gegen sich und seine Mitmenschen und radikal in seinem Formwillen. Die Protagonisten seiner literarischen Werke sind frei von deutscher Innerlichkeit und melancholischer Grübelei, sie handeln und scheitern in der Realität. Das macht Kleists Werke bis heute in aller Welt so attraktiv.

Im Ephraim-Palais, einem Rokokobau in Berlins Mitte, können die Besucher/innen auf drei Stockwerken dem Dichter und seinen Werken in einer spannenden Inszenierung nachspüren. Kleists Biografie wird in Beziehung zum historischen Kontext und seinen Werken gesetzt. Drei zentral positionierte „Katastrophenräume“ zu Kleists Erfahrung als Kindersoldat, dem Untergang Preußens und dem endgültigen Selbstmord bilden in dem Berliner Teil der Ausstellung das Gerüst, an dem sich die Darstellung von Kleists Biografie entwickelt.

Die Ausstellung im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) widmet sich in fünf Räumen Kleists körperlichen und sozialen Identitäten. Vorgestellt werden sein nicht fassbares Körperbild und die symbiotische Beziehung zu seiner Halbschwester Ulrike, seine Netzwerke, seine Stellung als Geschäftsmann auf dem Literaturmarkt sowie sein Umgang mit Geld. Das letzte Modul beschäftigt sich mit Kleists medialer Identität, seiner Sprache und Schrift.

Die Ausstellungsgestaltung zielt darauf ab, den Museumsbesucher/innen durch assoziative Bilder und Installationen die Kleistsche Welt vorzustellen, in ihrer Emotionalität, divergierender Eigen- und Fremdwahrnehmung, der Zerrissenheit und Leidenschaftlichkeit. Sie gibt keine Sichtweise auf den Dichter vor, sondern schafft durch starke Bild- und Klangwelten Freiraum für Interpretation und Assoziation.
Die Szenografie der Ausstellung arbeitet mit bühnenbildartigen Aufbauten, kombiniert mit Künstlerarbeiten und Originalexponaten sowie Handschriften von Kleist und seinen Zeitgenossen.

>> Kleist-Portal

>> Stadtmuseum Berlin

>> Kleist-Museum Frankfurt/Oder

>> Deutsche Welle

Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild