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Pavillon „Grünes Band“ beim Grenzlandmuseum Eichsfeld

Ort: Teistungen
Auftraggeber: Grenzlandmuseum Teistungen
Leistung: Architektur und Ausstellungskonzeption
Projektjahr: 2011

Das Grenzlandmuseum als Mahn- und Erinnerungsstätte zur deutschen Teilung dokumentiert und informiert über die Geschichte der innerdeutschen Grenze und ihre Auswirkungen auf Mensch und Natur im Grenzgebiet.
Mit seinem Entwurf für den Pavillon „Grünes Band“ gewinnt m.o.l.i.t.o.r. den Wettbewerb über Architektur und Ausstellungskonzeption.  

Fast 40 Jahre lang teilte der Eiserne Vorhang Europa. Die Unmenschlichkeit dieser Grenze zeigte sich am stärksten in Deutschland: Mauern, Stacheldraht, Wachtürme und Minen trennten Familien und Freunde über Jahrzehnte. Gleichzeitig gab diese Grenze der Natur eine über 30-jährige Atempause. Der innerdeutsche Grenzstreifen wurde zum Refugium für viele seltene Pflanzen und Tiere. Hier entwickelten sich einzigartige Busch- und Waldparadiese, Sümpfe und Heiden mit der für sie typischen Flora und Fauna - ein einzigartiges länderübergreifendes Biotopverbundsystem von über 1.393 km Länge. Der Geländestreifen reicht von Travemünde an der Ostsee bis zum ehemaligen Dreiländereck. Das „Grüne Band Deutschland“ ist Teil des mitteleuropäischen Abschnitts des „Grünen Bands Europa“.

Der Entwurf zu dem Pavillon „Grünes Band“ sieht vor, ihn in die Landschaft des ehemaligen Grenzgebietes harmonisch zu integrieren. So wird er vom Hauptgebäude des Grenzlandmuseums aus dem Blick der Besucher/innen entzogen, da das Dach eine bewachsene neu modellierte Geländeoberfläche darstellt. Der Pavillon fügt sich so in die Landschaft ein, dass er den spezifischen Charakter des historischen Mühlenturms und der weiteren Bebauung des Geländes nicht stört. Bei dem Rundgang im Gelände ist der Eingangsbereich vom Mühlenturm, in dem der erste Teil der Ausstellung „Grünes Band“ zu sehen ist, sichtbar. Dem liegt die Überlegung zu Grunde, eine merkliche Verbindung zwischen den beiden Gebäuden, deren Ausstellungen zusammengehören, herzustellen.

Der Ausstellungsraum entwickelt durch seine großzügige Verglasung einen direkten Bezug zur Natur und lässt Drinnen und Draußen verschmelzen. Die Besucher/innen werden, nachdem sie ein höhlenartig anmutendes und ins Erdreich führendes Gebäude betreten haben, durch den mit Licht durchfluteten Ausstellungsraum überrascht.
Die Ausstellung stellt die Projekte von Initiativen vor, die sich im „Grünen Band“ engagieren. Dabei geht der Entwurf auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Initiativen individuell ein und bietet als „grünes Klassenzimmer“ ein Forum, in dem sich die Initiativen treffen und vernetzen können.

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Bildnachweis: © molitor